20 Fahrradschlösser im Warentest

Mit dem richtigen Fahrradschloss immer auf der sicheren Seite.

Mit dem richtigen Fahrradschloss immer auf der sicheren Seite.

Zweierlei Botschaft für Fahrradliebhaber: Die aktuellen Testergebnisse der Stiftung Warentest, die von April bis Juli 2017 Fahrradschlösser eingekauft und getestet hat, sind ernüchternd. Aus den 20 getesteten Modellen, schlossen nur fünf den Test mit der Note „gut“ ab. Neun Fahrradschlösser  – also fast die doppelte Menge – wurden mit mangelhaft bewertet. Die restlichen sechs bewegten sich im Mittelfeld. Die gute Nachricht: Ein vernünftiges Fahrradschloss gibt es schon ab 30 €.

Dem Test lagen vier Bewertungskriterien in unterschiedlicher Gewichtung zugrunde. Erstes und mit 70 % in die Note eingehend wichtigstes Kriterium ist natürlich die Aufbruchsicherheit eines Fahrradschlosses. Aber auch Faktoren wie die Handhabung (20 %) als auch die Haltbarkeit und Schadstoffbelastung des Produktes (je 5%) hatten einen Einfluss in der Gesamtwertung.

Getestet wurden Bügel- / Falt- / Ketten-  und Panzerkabelschlösser in einer Preisspanne zwischen 20 € und 160 €. Spiralschlösser wurden aufgrund des schlechten Vorgängertests aus 2015, in diesem Jahr gar nicht erst in die Testreihe aufgenommen.


Die Ergebnisse im Überblick

Testsieger ist das Trelock BS 650, ein stabiles Bügelschloss, das mit der Endnote 1,6 aus dem Test geht. Die Bügelschlösser der Hersteller Kryptonite,  Decalthon und beispielsweise auch das Abus Granit Plus 640 von Abus reihten sich in der Bewertung knapp dahinter ein und machten einen robusten und diebstahlsicheren Eindruck. Vier der fünf bestabschneidenden Fahrradschlösser sind stabile Bügelschlösser. Letztes im Bunde der fünf Spitzenreiter ist ein robustes Kettenschloss von Abus. Die Schlusslichter im Test scheiterten übrigens überwiegend an dem Kriterium Aufbruchsicherheit und insbesondere an der hohen Schadstoffbelastung. Eine zu große Menge schädlicher Stoffe, wie z.B. dem Weichmacher Diethylhexylphtalat oder PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), sollte in Fahrradschlössern eigentlich nicht gemessen werden. Immerhin sind sie für viele Menschen ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, bei dem die Schadstoffe durch die Berührung mit der Hand einen Freifahrtschein in den menschlichen Organismus ergattern.

In Deutschland wurden im Jahr 2016 rund 330.000 Fahrraddiebstähle gemeldet und die Dunkelziffer muss noch deutlich darüber liegen. Statistiken zu Folge sind insbesondere Bahnhöfe, an denen die Bikes teils lange alleine gelassen werden, beliebte Anlaufpunkte für Fahrraddiebe.

Die besten Tipps zum Schutz vor Langfingern
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  • Das Fahrrad immer an einem festen und stabilen Gegenstand anschließen, anstatt es nur abzuschließen. Wegtragen ist, wenn keiner hinguckt, eine Leichtigkeit!
  • Auch ein Holzzaun ist kein sicherer Fixierpunkt für das Fahrradschloss, da er im Zweifel schnell durchgesägt ist.
  • Einige Diebe sind eventuell nur auf einen Schlosstypen spezialisiert. Das Fahrrad mit zwei verschiedenartigen Schlössern zu sichern, kann sehr effektiv sein!
  • Stehen Sie unentschlossen im Laden vor zwei Fahrradschlössern mit ähnlicher Größe und gleichem System, wählen Sie das schwerere von beiden! Der Metallkern ist vermutlich stärker und entsprechend robuster.
  • Wenn möglich Fahrradrahmen und Vorderrad immer zusammen anschließen. Ob dies machbar ist, hängt natürlich auch von der Flexibilität des verwendeten Schlosses ab. Die besonders robusten und sicheren Bügelschlösser sind nicht ganz so flexibel.
  • Wer sein Rad codieren und registrieren lässt, hat im Falle eines Diebstahls höhere Chancen, den geliebten Drahtesel noch einmal wiederzusehen.
  • Ein Fahrradschloss, das auf dem Boden liegt, ist für geübte Langfinger ein Kinderspiel. Der Boden bietet eine gute Auflagefläche, auf der schnell ausreichend Druck aufgebaut werden kann, um das Schloss zu knacken. Erheblich schwieriger wird dies, wenn das Fahrradschloss möglichst hoch am Fahrradrahmen angebracht ist.

Noch ein Tipp: Wer lieber auf ein praktisches und kompaktes Faltschloss setzen möchte, anstatt auf die Bügel- oder Kettenvariante zurückzugreifen, ist mit dem Abus Bordo Granit X Plus 65000 gut beraten.  Dieses konnte im Vorgängertest aus dem Jahr 2015 mit einer Gesamtnote von 2,1 überzeugen.

 

Bildquelle: Pixabay

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1 Antwort
  1. H. P.-Locnikar
    H. P.-Locnikar says:

    „Erheblich schwieriger wird dies, wenn das Fahrradschloss möglichst hoch am Fahrradrahmen angebracht ist.“

    Da möchte ich vorsichtig widersprechen: Ich habe auf YouTube Videos von Aufbruchtests gesehen und da konnten hoch angebrachte Schlösser mit Leichtigkeit mit einem sehr langhebeligen Bolzenschneider geknackt werden. Durch die Höhe des Ziels konnte der untere Arm des Bolzenschneiders prima auf dem Boden abgestützt werden, während der „Dieb“ von oben mit seinem ganzen Gewicht Druck auf den zweiten Arm ausübte.

    Optimale Lösung aus meiner Sicht: Anbringung des Bügelschlosses oberhalb des Tretwerks, so dass ein Bodenkontakt ausgeschlossen ist bzw. dieser auch nicht mit einfachen Mitteln „überbrückt“ werden kann. So bleibt der mögliche Winkel für einen Bolzenschneider klein.

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