Mountainbike: Teures Highend-Modell oder günstigeres Einsteiger-Bike?

Ab ins Gelände!

Ab ins Gelände!

 

Was macht eigentlich den Preisunterschied zwischen einem teuren Profi-Bike und dem günstigeren Einsteiger-Modell  aus? Wir erklären in einem kurzen „Bauteile-Lexikon“ wie weit die Technik ist und auf welche Einzelteile beim Kauf besonderer Wert gelegt werden sollte.

Die Reifen

Es gibt kein Bauteil, das den Einsatzbereich eines Mountainbikes so sehr bestimmt wie die Reifen.  Leichte 2,1er-Reifen machen ein Trailbike nahezu marathonfähig, wohingegen schwere 2,4 Zoll breite Reifen es fast in ein robustes Enduro verwandeln. Neben einem guten Profil, das ordentlich Grip bietet, ist vor allem auf einen hochwertigen Aufbau der stützenden Gewebeschichten im Reifen (Karkasse genannt) und die umschließende Gummimischung zu achten. Wählen Sie bei Schwalbe- oder Continental-Reifen jene mit dem Evolution- oder Race-Sport-Label. Diese sind deutlich komfortabler als ihre günstigen Gegenstücke und bieten zudem mehr Grip.

Das Fahrwerk

An die Mountainbikes der heutigen Generation werden ausschließlich Luftfederelemente verbaut. Über das Befüllen einer Luftkammer kann die Federhärte von Gabel und Dämpfer optimal an das Gewicht des Bikers angepasst werden.  Die Standrohre der teureren Fahrwerke sind speziell beschichtet und die Dämpfung kann separat eingestellt werden.  Dahingestellt ob das Bike günstig oder teuer ist – letztlich kommt es beim Fahrwerk darauf an, dass Gabeln und Dämpfer mindestens über eine verstellbare Stufe der Ausfedergeschwindigkeit verfügen.  Im Idealfall sollte der Dämpfer außerdem mit einer „Antiwipp“-Plattform ausgestattet sein,  die bei Bedarf zugeschaltet werden kann und kleinere Wackler im Federweg am Radhinterbau ausgleicht.

Der Rahmen

Geometrie und Rohrsätze des Fahrradrahmens bleiben in den unterschiedlichen Preisklassen überwiegend dieselben.  Um Gewicht einzusparen, wird bei teureren Modellen häufig Carbon anstelle von Aluminium als Material für den Rahmen genutzt. Ansonsten ändern sich eigentlich nur die Lackierung, die mit aufsteigendem Preis aufwändigere Motive bringt, sowie die verwendeten Anbauteile. Pulverbeschichtete Rahmen weisen im Vergleich zu nasslackierten Rahmen einen effektiveren Korrosionsschutz auf und tragen somit besser zur Erhaltung ihres Wertes bei. Die Basis aber bleibt gleich.

Die Bremsen

Moderne Mountainbikes sind ausschließlich mit Scheibenbremsen ausgestattet und die Tage der Felgenbremse sind gezählt. Scheibenbremsen zeichnen sich durch einwandfreie Funktion bei Nässe, eine höhere Bremskraft und eine bessere Dosierbarkeit im Vergleich zu ihrem „Vorgänger“ aus. Bei teureren Modellen können die Druckpunkte schnell und einfach ohne Werkzeug  verstellt werden.  Abfahrtsorientierte Biker oder solche, die etwas mehr Gewicht auf die Waage bringen, sind mit besonders starken 200mm-Bremsscheiben mit vier Kolben gut beraten.

Die Schaltung

Schaltungen, die nur über ein Kettenblatt (11 Gänge) verfügen, haben meist eine zu geringe Übersetzungsbandbreite. Daher sollte man auf mindestens zwei Kettenblätter setzen, um für jedes Gelände optimal gerüstet zu sein. Für fitte Biker kann der Einfachantrieb geeignet sein, zum Einstieg ist er allerdings nicht zu empfehlen. Der Unterschied in der Funktion der Schaltung macht sich bei günstigen und teuren Modellen kaum bis gar nicht bemerkbar, jedoch ändert sich das Gewicht.

Die Laufräder

Das Zusammenspiel von Reifen und Laufrädern sind maßgeblich am Fahrgefühl und –verhalten beteiligt. Je breiter der Reifen, desto weiter sollte die Maulbreite der Felge sein. Zu schwere Laufräder machen das Bike eher träge, wogegen leichtere Varianten  es auch deutlich leichtgängiger machen.  Bei den Laufrädern am Mountainbike, wie auch allgemein gilt, dass größere 29er-Laufräder schwerer beschleunigen als z.B. kleinere 27,5er.

Für welches Modell sich der Käufer auch entscheidet – ob günstig oder teuer – am Ende ist es eine Frage, was für ein Mountainbike-Typ man eigentlich ist. Hat man dies einmal für sich ausgelotet, können ausschlaggebende Faktoren wie zum Beispiel die Art der Reifen ganz schnell und einfach entschieden werden. Ansonsten verhilft natürlich immer auch der Gang zum Spezialisten zu Orientierung in solch einer Frage.

 

Bildquelle: Bergamont
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 3,67 out of 5)

Loading...

1 Antwort

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *